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BVD e.V. Präsi Wöhler: "Die GEMA muss cooler werden"
Wöhler: "Die GEMA muss cooler werden"

Podiumsdiskussion auf dem "DJMeeting"

Einfach hatte es Marc-André Höper am Mittwochabend nicht: Eine Podiumsdiskussion ohne Moderator, ein entschlossener Dirk Wöhler mit Rechtsanwalt im Schlepptau, und ein Saal voller DJs. Und alle hatten ein gemeinsames Feindbild: Seinen Arbeitgeber, die GEMA. Anlass zur Diskussion war die umstrittene Vervielfältigungsgebühr, die sowohl Promotion-Pools als auch DJs die Arbeit erschwert.

Das Problem: Wenn ein DJ in einer Diskothek eine original gekaufte CD oder Vinyl abspielt, dann darf er das ohne Probleme. Legt er Musik auf, die aus einem MP3-Shop oder Promotion-Pool stammt, dann gelten diese Titel als Vervielfältigung. Öffentlich aufführen darf er diese Songs nicht - es sei denn, seine Diskothek bezahlt einen GEMA-Aufschlag von 30 Prozent. Diese Vervielfältigungspauschale trifft auch digitale Promotion-Pools: Lädt ein DJ einen Titel aus einem Promo-Pool, muss der Pool rund 0,13 Cent an die GEMA zahlen. Bei hunderten Nutzern und Downloads am Tag, entstehen den Pools hohe Kosten.

"Wir wollen niemanden hindern digitale Musik aufzulegen - im Gegenteil", betonte Marc-André Höper im Gespräch mit WoED.fm. "Es sind eher die Diskotheken, die ihre DJs daran hindern - weil sie den Aufschlag nicht bezahlen wollen." Die GEMA habe einen klaren staatlichen Auftrag: "Wir vertreten die Rechte der Urheber und handeln nach dem Urheberschutzgesetz." Solange sich am Gesetz nichts ändere, werde sich auch an der Vervielfältigungspauschale nichts ändern.

Dirk Wöhler, Präsident des Berufsverbandes Diskjockey (BVD), kann nicht verstehen, warum es überhaupt eine solche Gebühr gibt: "Wir leben im Jahr 2010 - da muss eine Menge reformiert werden.", betonte er während der Podiumsdiskussion. Die Gesetze seien im Zeitalter digitaler Musik nicht mehr zeitgemäß. Kaum ein DJ lege noch mit Vinyl oder originalen Single-CDs auf. Und warum eine CD als Original gilt, ein gekaufter Song bei iTunes allerdings nicht, leuchte ihm auch nicht ein. "Ich würde mir sehr wünschen, dass die GEMA ein Stückchen 'cooler' und zeitgemäßer wird."

Und doch räumte Wöhler ein: "Ich wäre sogar bereit eine Vervielfältigungspauschale zu bezahlen. Dann müsste das Geld aber auch dem Urheber direkt zukommen - nicht der GEMA, die mit allen Künstlern pauschal abrechnet." Das Abrechnungs-Problem kennt auch Marc-André Höper: "Klar, elektronische Tanzmusik wird viel zu selten dokumentiert. Aber das ist nicht die Schuld der GEMA, sondern die der Diskotheken." Kaum ein Club würde eine Titelliste bei der GEMA einreichen.

Fortsetzung folgt.....

Quelle: http://www.woed.de/index.php?option=com_content&view=article&id=123%3Awoehler-qdie-gema-muss-cooler-werdenq&catid=56%3Aallgemein&Itemid=105